Aphorismen

So muss man sich die Geburt eines Aphorimus vorstellen, Foto: Island, 2012
So muss man sich die Geburt eines Aphorimus vorstellen, Foto: Island, 2012

Gedanken auf den Punkt bringen

Meine Vorbilder sind Stanislaw Jerzy Lec und die großen Aphoristiker seit Menschen Gedenken...

Spannend die neuen Wort-Bild-Formen, eine neue Gattung Aphotismus...


Eigene Aphorismen

Wenn sich der Kreis schließt, ist man zunächst wieder am Ausgangspunkt.


Amtsschimmel sind schlechte Zugpferde. *)


Wer sich selbst übertriftt, wird gefragt, weshalb er über das Ziel hinaus geschossen sei.


Wer sich ins Rampenlicht stellt, braucht dazu Beleuchter.

 

Manche Leute können nicht aus ihrer Haut. Es sei denn, sie haben Sonnenbrand.


Er wollte nie den Kontakt zur Basis verlieren. Deshalb ging er die Erfolgsleiter rückwärts rauf.


Wenn mir jemand etwas ins Ohr sagt, kann ich ihm nicht in die Augen schauen.


Bei einem Wortgefecht soll man auf die Sekundanten achten.


Bergab geht es schnell vorwärts.


Spätzünder gehen wenigstens überhaupt mal los.


Der Schlüssel zum Erfolg sollte kein Dietrich sein.


Wer über jemand hinausschaut, braucht noch lange nicht größer zu sein.

 

Blender kommen blendend weg.

 

Wer leuchtet, darf sich nicht aus der Fassung bringen lassen.


Auf einem Redefluss kann kein Boot schwimmen.

 

Wer über seinen Schatten springen will, muss einen großen Anlauf nehmen.


Monologe werden zu Diskussionen: In den Pausen.


Nostalgie ist die innere Abkehr von der Schnelllebigkeit.

  

Wer Motor sein will, braucht auch einen Anlasser.


Neue Gedanken müssen mit bekannten Worten formuliert werden.


Auch wer leise spricht wird verstanden, wenn er etwas zu sagen hat.

 

© Karl Detlef Mai - 1974 - 2014

 

Aus "1. Mai-Losungen" (Auswahl von Aphorismen aus mehr als vier Jahrzehnten - alle Aphorismen sind urheberrechtlich geschützt, eine Wiedergabegenehmigung - auch für das Internet inkl. Netzwerke - kann bei mir eingeholt bzw. eine gewerbliche Nutzung vereinbart werden. Vorabdruck zahlreicher Aphorismen im Sächsischen Tageblatt, Leipzig, 1980-er Jahre)

*) aktuell veröffentlicht im KLAGES Tagesspruch-Kalender 2014, 23. Oktober 2014